Wertschätzendes Verstehen als transformativer Prozess – Teil 2: Mediation als Element proaktiver gesellschaftlicher Unternehmensverantwortung

Sich wandelnde Geschlechterrollen, Lebensentwürfe, Erwerbsarbeitsbedingungen, aber auch Ansprüche an die verantwortliche partnerschaftliche Gestaltung privater Sorgesysteme, wie Familie, Kinderbetreuung, Angehörigenpflege, Freundschaftsbeziehungen werden in Unternehmen derzeit nicht befriedigend beantwortet. Reibungen und Konflikte entstehen aufgrund missverstandener Rollenzuweisungen, Aufgabenstellungen, Verantwortlichkeiten – oder schlicht aus Überlastung, Stress und Erschöpfung.

Diskurse um Gleichstellung und Vereinbarkeit allerdings geben sorge- oder care-ökonomischen Sphären in Wirtschaft und Arbeitswelt mittlerweile nicht nur eine politisch, sondern auch organisationsintern verhandelbare Kontur. Ökonomie verstanden als ausschließlich auf Gewinn ausgerichtete Marktökonomie steht zunehmend einer an den Versorgungsnotwendigkeiten aller Mitarbeitenden orientierten Ökonomie gegenüber.  Unternehmen sehen sich einer zunehmenden in der Pflicht, in ihrer Verantwortung als Arbeitgeber für die Gesundheit und persönlichen Entwicklung ihrer Mitarbeitenden zu sorgen.
Mediation als Element einer sorgeorientierten Unternehmenspolitik hat dazu einiges beizutragen. Mehr von diesem Beitrag lesen

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Wertschätzendes Verstehen als transformativer Prozess – Teil 1

Impulse aus der Schöpferischen Ökologie

Jeder Kontakt zur Welt entsteht im Gefühl. Das sagen Vertreterinnen und Vertreter der Schöpferischen Ökologie. Für den lebenden, auf Vernetzung und Integration ausgelegten Körper hat jedes nachdrückliche Ereignis im persönlichen Leben eine Bedeutung. Körper wird so zu einer lebenslang erworbenen „Bedeutungslandschaft“. Mit dieser sehr persönlichen Wirklichkeit setzen wir uns stets mit der uns umgebenden Welt in Beziehung. Das geschieht in jedem Augenblick unseres Lebens, ob wir es nun bewusst merken oder nicht – und, ob wir es wollen oder nicht.
Neuro-und Kognitionswissenschaften gehen davon aus, dass Babies und Kinder zwingend darauf angewiesen sind, die Außenwelt wahrzunehmen und zu erleben. Auf diese Weise entwickeln sie ihre Sinneskanäle auf vielfältige Weise. Auch Erwachsene entfalten im Kontakt mit dem Gegenüber und der Außenwelt ihre eigenen psychischen Kategorien des Denkens sowie die eigene emotionale Identität. Das Sich-in-die-Welt-stellen wird so zu einem „Erlebnis von Innen“ (Weber 2014: 84) und da heraus zu einer Hinwendung zum ‚Du‘.
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